KOCH KÜCHEN: Erfolgsstory Quereinstieg

GARANT Partner feiert Jubiläum

Nachfolge ist in der Küchenbranche seit vielen Jahren ein brandheißes Thema. Wie gelingt es, bestehende Standorte zu sichern? Ein Erfolgsbeispiel ist KOCH KÜCHEN. Das Baden-Württembergische Unternehmen feiert in diesem Jahr 25-jähriges Verbandsjubiläum – und wird seit 2017 von Quereinsteiger Jochen Fischer geführt.

„Selbstständigkeit war für mich schon immer eine interessante Alternative“, erklärt Jochen Fischer. Der gelernte Maschinenschlossermeister und technische Betriebswirt entschloss sich nach über 15 Jahren Geschäftsführung im Maschinenbau, den Schritt in eine neue Branche zu wagen – und hat diese Entscheidung bis heute keine einzige Sekunde lang bereut.

Heinz und Bina Koch gründen das Küchenstudio in Ditzingen im Jahr 2000, ein Jahr später werden sie Mitglied im GARANT Verband. Das Unternehmen etabliert sich am Standort Ditzingen, wird 2009 sogar in die Liste der 200 besten Küchenstudios Deutschlands von „Schöner Wohnen“ aufgenommen. 17 Jahre nach der Gründung möchte das Ehepaar den Betrieb altersbedingt in neue Hände übergeben – ein Glücksfall für Jochen Fischer.

Küche als die richtige Entscheidung

„In erster Linie hat mich die Familie zu der Entscheidung bewogen“, sagt Fischer. „Ständig auf Geschäftsreise zu sein ist nicht kompatibel mit dem Familienleben, wenn man die Rolle als Vater ausfüllen will. Daher lag es für mich nahe, etwas in der Region zu finden.“ Sein Wunsch: eine technisch-orientierte Aufgabe, etwas Kreatives, das Spaß macht, wo er gleichzeitig Verantwortung übernehmen und Entscheidungen selbst vollumfänglich treffen kann. Als Sohn eines Schreinermeisters wurde ihm das Thema Küche quasi in die Wiege gelegt. Die Nachfolge für das inhabergeführte Küchenstudio war daher genau das Richtige für ihn.

Er berichtet: „Der organisatorische und betriebswirtschaftliche Teil war mir durch meine Geschäftsführer-Tätigkeit sehr vertraut. Durch intensiven Kontakt mit verschiedenen Möbel-Produzenten kannte ich außerdem bereits die Vorlieferanten der Küchenhersteller sehr gut. Neu waren die Küchenplanung und das Verkaufen direkt am Kunden. Dazu habe ich über GARANT recht schnell die Weiterbildung zum Küchen-Fachplaner abgeschlossen. Parallel fand eine intensive, lehrreiche Einarbeitungsphase mit Heinz Koch statt.“

Zehn Jahre statt drei

Insgesamt dauerte der Prozess der Übernahme sechs Monate, wobei Jochen Fischer nach drei Monaten die Leitung des Studios übernahm. Nach einem halben Jahr endete die Onboarding-Phase, was durch die Einarbeitung sehr gut funktionierte. Starke Unterstützung erhielt Fischer in dieser Phase nicht nur vom Verband, sondern auch von Ehefrau Lucia Fischer Guimil: „Meine Frau hat mich vom ersten Tag an in der Buchhaltung, Organisation und im Marketing unterstützt – aus den ursprünglich geplanten drei Jahren sind mittlerweile zehn geworden, da immer wieder neue Themenbereiche aufkamen, die sie mit mir gemeinsam aufgebaut hat.“

Ein Jahrzehnt, auf das Jochen Fischer zufrieden zurückblicken kann: „Es ist eine tolle Branche, in der Kreativität und Schaffenskraft gefragt sind. Das begeistert mich täglich und treibt uns an, immer wieder ein Stück besser zu werden. Stünde ich heute wieder vor der Entscheidung, würde ich sie genauso treffen. Ich sehe meine Familie jeden Tag, sehe die Kinder heranwachsen. Gleichzeitig kann ich mein kleines Unternehmen entwickeln. Zu sehen, wie wir uns einen festen Platz im Wettbewerbsumfeld erarbeiten und wie die Kunden uns schätzen und weiterempfehlen – das macht es wert, sich jeden Tag dafür einzusetzen.

25 Jahre im Verband

2025 feierte das Unternehmen sein 25-jähriges Bestehen, in diesem Jahr das 25-jährige Verbandsjubiläum. Zu diesem Anlass überreichte Verbandsleiter Jörg Böhler ihm eine Ehrenurkunde des Verbands. Die Rolle des Verbandes sei bei einer Übernahme nicht zu unterschätzen, so Fischer. „Mein Tipp für Quereinsteiger in der Branche: Eine Übernahme bedeutet immer ein Risiko. Das sollte finanziell stemmbar und im Rahmen bleiben. Hier kann der Verband mit seiner Expertise bei der Analyse und Einschätzung helfen. Das Wichtigste ist aber definitiv der Faktor Mensch: Nur wenn beide Parteien die Vision des neuen Inhabers teilen, kann mit maximaler Unterstützung und Offenheit gerechnet werden. Das ist die Grundlage für eine erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens.“